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Aus dem Leben eines Bildschirmarbyters

Verzögerte auditive Rückmeldung/LEE-Effekt

In meinem letzten Blog-Update habe ich schon gesagt, dass Google langsam anfängt, meine Seite wieder prominent zu einigen Suchbegriffen anzuzeigen. So habe ich auch bemerkt, dass mein Tweet über den Idiomat 3000 für einige Besucher gesorgt hat, die aber letztlich nicht zum gewünschten Ergebnis geführt wurden. Das hole ich hiermit nach.

Das Prinzip des Idiomat 3000 ist einfach. Durch die sogenannte verzögerte auditive Rückmeldung(auch LEE-Effekt genannt) wird das selbst Gesprochene ungefähr eine halbe Sekunde verzögert wieder auf Kopfhörer abgespielt. Viele Menschen werden dadurch "verwirrt" und sprechen Wörter dann sehr langgezogen oder mit zu vielen Silben aus. Im Format eines "unnötig komplizierten Interviews" bei Circus HalliGalli natürlich sehr witzig.

Unnötig kompliziertes Interview: Atze Schröder | Circus HalliGalli | ProSieben

TV 28. Juli 2016 Video öffnen

Mit Raspberry Pi und USB-Headset

Durch meine monatelange Arbeit an PiSleepTalk hatte ich ohnehin superviel Erfahrung mit den Audiokomponenten von Linux und wusste, dass man das Prinzip des Idiomat 3000 mit arecord relativ leicht nachbauen kann. Das fertige Projekt gibt es kostenlos auf GitHub, aber prinzipiell ist nur diese eine Zeile entscheidend, an der ich dann doch einige Stunden herumprobieren musste:

            
                arecord -f cd --buffer-size=10000 -N -D plughw:1 | aplay --buffer-size=10000 -N -D plughw:1 -
            
        

Konkret startet dieser Befehl einfach arecord und schreibt alles, was das zweite Audio-Gerät (das ist immer die erste USB-Soundkarte, die gefunden wird), in den Stream. Dieser wird mit der | direkt an das Programm aplayübergeben und letztlich über die gleiche Soundkarte ( plughw:1 ) ausgegeben. Durch den Buffer von 10000 entsteht die künstliche Verzögerung. Denn erst wenn der Buffer von arecord ausreichend voll ist, wird der Stream geöffnet aund aplay kann mit der Wiedergabe starten.

Das funktionioniertiert ja gararnichticht. Ein unbekannt bleibend wollender Proband als er meinen Idiomat 3000 nutzte

Wer das Projekt nachbauen möchte, findet auf PiDelayedAuditoryFeedback auf GitHub eine entsprechende Anleitung inklusive Installationsscript. Dieses Script stellt einen frischen Raspberry Pi so ein, dass der Idiomat 3000 automatisch beim Booten gestartet wird. Mit einer Powerbank ist die ganze Erfindung dann sogar leicht transportierbar und ein lustiger Party-Gag.

Sind mehrere USB-Soundkarten an einem Raspberry Pi angeschlossen kann durch die Eingabe von aplay -L | grep plug eine Liste aller verfügbaren Soundkarten angezeigt werden. Das hilft um herauszufinden, welche Soundkarte unter welchem Alias zur Verfügung steht. Pro Gerät (also beispielsweise Mikrofon und Kopfhörer) erscheint jeweils Eintrag in der Liste.

Screenshot

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