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Aus dem Leben eines Bildschirmarbyters

Vorwort

Ich bin nun seit Ende Januar 2017 - also etwa zehn Monate - Eigentümer des neuen MacBook Pro Retina 2016 mit TouchBar in der ersten Generation. Das MacBook erfüllt seinen Zweck, ich frage mich aber wirklich oft, was sich Apple bei so mancher Entscheidung gedacht hat. Ein Erfahrungsbericht.

Genaue Typenbezeichnung

  • MacBook Pro 15" 2,7GHz 16GB/512/spacegr

Tastatur

Die neue Tastatur ist im Vergleich zu der eines MacBook Pro aus dem Jahre 2013 nach meinem Empfinden besser. Ich kann darauf noch schneller schreiben und es fühlt sich grundsätzlich gut an. Die im Netz häufig diskutierte Lautstärke der Tasten ist für mich weder ein Problem, noch wäre es mir bisher selbst unangenehm aufgefallen.

Was aber sehr ärgerlich ist: Meine B -Taste ist defekt. Bei einem 3200€-Computer ohne austauschbare Tastatur ist das durchaus lästig. Aktuell lebe ich noch mit der Tatsache, dass in etwa 3-5% aller B -Tasten-Anschläge kein oder direkt zwei B getippt werden. Zum Glück entfernt die überall aktivierte Autokorrektur die Mehrzahl aller ungewollten Buchstaben wieder. Nur beim Programmieren ist dieses Problem recht störend.

Da ein Umtausch im Rahmen der Garantie einen Verzicht von mindestens einer, eher zwei Wochen mit sich bringt, und ich tagtäglich mit diesem Gerät arbeiten muss, kommt ein Austausch im Rahmen der Garantie für mich nicht in Frage. Ich habe mich allerdings mit Apple darauf geeinigt aufgrund dieser Tatsache beim nächsten MacBook-Kauf - ich warte auf ein Modell mit mehr als 16 GB Arbeitsspeicher - einen Rabatt zu bekommen.

Leider ist die neue Tastatur auch sehr anfällig für Staub oder kleine Krümel, sodass man sie mit Druckluftspray reinigen muss, um klemmende Tasten wieder frei zu bekommen. Traurig aber wahr: Ich verwende einen Tastaturschutz wie diesen, damit erst gar kein Dreck in die Tastatur fallen kann.

TouchPad

Das TouchPad ist größer. Aber wozu? Das Pad auf den MacBooks der Jahre davor hat doch auch funktioniert und niemand hat sich über die Größe beschwert. Für mich hat das große TouchPad nur Nachteile, denn viel zu oft bewege ich mit der rechten Hand den Mauszeiger, während mein linker, versehentlich auch auf dem TouchPad liegender, Handballen das MacBook dazu veranlasst, den Mauszeiger gar nicht oder vollkommen willkürlich zu bewegen.

Mein aktueller Arbeitsplatz

TouchBar

Die Gewöhnung an den von Apple "TouchBar" getauften, berührungsempfindlichen Monitor, der an Stelle der F-Tasten verbaut wurde, war nicht leicht. Ich vermisse zwar keine der ersetzten Tasten, sie erscheinen auch sofort auf der TouchBar wenn die FN -Taste gedrückt wird, aber diese Tasten zu drücken ist ein komisches Gefühl und die Tasten selbst werden leider auch häufig verfehlt, weil keine haptische Abgrenzung mehr existiert.

Da ich die F-Tasten sowieso sehr selten verwende, bin ich aber mit der sonstigen Nutzung relativ zufrieden. In den Artikeln TouchBar auf neuen MacBooks sinnvoll(er) nutzen sowie Proof of concept: Tinder TouchBar hatte ich ja schon im Detail meine Erfahrungen mit der TouchBar geschildert. Geändert hat sich seit den Artikeln nicht viel: Ich verwende systemweit eine mit BetterTouchTool konfigurierte TouchBar mit Reglern für Lautstärke, Displayhelligkeit, einer F5 -Taste und Steuerungsmöglichkeiten für Spotify.

Außerdem blende ich je nach fokussierter Anwendung noch weitere Buttons ein. Habe ich beispielsweise PHPStorm geöffnet, erscheinen automatisch auch Buttons um meine im Projekt konfigurierten gulpjs-Tasks zu starten.

Bugs, Bugs, Bugs

Leider hat Apple einen sehr schwerwiegenden Fehler noch nicht gelöst, der dazu führt, dass mein MacBook komplett abstürzt, wenn ich es von meinem Arbeitsplatz von den drei Monitoren abstecke um es beispielsweise mit in die Toolbox zu nehmen. Das führt fast immer zu einem Kernel panic und das Gerät ist komplett ausgeschaltet. Davon abgesehen ist auch die TouchBar manchmal nicht sichtbar und seit dem Update auf "High Sierra" findet das Betriebssystem es auch sinnvoll, sporadisch während ich vor dem Computer sitze, den Ruhemodus zu aktivieren.

USB-Typ-C

Den Zwang auf den neuen USB-Standard "Typ C" finde ich nicht schlimm. An meinem Arbeitsplatz Zuhause nutze ich exakt alle vier verfügbaren Ports indem ich drei Monitore sowie einige USB-Hubs angeschlossen habe. Einziger Wermutstropfen hier: Das MacBook tut sich extrem schwer, alle Monitore auch richtig zu erkennen. Hier schwankt die Stabilität aber auch sehr stark in Abhängigkeit der verwendeten Adapter. Testgeräte schließe ich letztlich über einen, im Tisch verbauten und über die bereits beschriebenen USB-Hubs am MacBook angeschlossenen, USB-2.0-Port an.

Unterwegs habe ich natürlich ein größeres Portfolio von Adaptern dabei, verwende aber meist dann doch nur das Netzteil. Nutze ich meinen Computer aber beispielsweise im Wohnzimmer, habe ich dort ohnehin fest verbaute USB-Typ-C-Stromquellen und kann ihn dort auch ohne Probleme aufladen.

Fazit

Ich bin mit dem MacBook grundsätzlich zufrieden, begrüße versuchte Innovationen wie die TouchBar und USB-Typ-C und glaube auch daran, dass das meine Produktivität oder den allgemeinen Bedienkomfort durchaus erhöhen kann. Hätte ich aber im Vorfeld gewusst, welche Probleme ich mit diesem Gerät haben werde, wäre meine Kaufentscheidung wohl anders ausgefallen. Mir ist es absolut unklar, wie Apple das Tastaturproblem nicht früher erkannt hat und bin sehr enttäuscht, dass ein so teurer Computer, den ich als iOS-App-Entwickler quasi verwenden muss, mit solchen Kinderkrankheiten zu kämpfen hat.

Mit meinem MacBook aus dem Jahre 2013 hatte ich zu keinen Zeitpunkt vergleichbare Probleme - das Gerät verwende ich noch heute. Sobald Apple ein neues Modell vorstellt, das hoffentlich über mindestens 32GB Arbeitsspeicher verfügt, steige ich vermutlich auf ein neues Gerät um und löse meinen von Apple versprochenen Gutschein ein.

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